schnuppernde hunde

APD/R F am 4.5.19 in Otterberg

Dummy F – 4.5.2019 bei der BZG 4 – Pfalz in Otterberg mit Cooper’s Golden Candid Boots, geschrieben von Iris Rolland
Richterin Petra Beringer
 
Als der Wecker klingelt, mich aus dem Tiefschlaf reißt und ich beim Blick auf die Uhr feststelle, dass es wirklich noch sehr früh ist, bereue ich ein wenig, zur Prüfung gemeldet zu haben. Selbst die Hunde, die mich sonst fröhlich begrüßen, bleiben in Ihren Körbchen liegen. Auch deren innere Uhr scheint mir einen Vogel zu zeigen. Aber es nutzt alles nix, gemeldet ist gemeldet also sitze ich pünktlich um 6 Uhr halbwegs wach im Auto. Vor mir liegen 250 km und etwa 2,5 Stunden Autofahrt durch Wind und Wetter. Es regnet wie aus Eimern, teilweise schneit es, als wäre ich unterwegs in den Winterurlaub.  
Am Ziel angekommen stelle ich erleichtert fest, dass es auch hier „nur“ regnet. Zwei fleißige Helfer hängen Sponsorenschilder auf und richten die Anmeldung ein, ich bin also richtig. Prima.
Mir ist tatsächlich flau im Magen und die Knie sind weich, insbesondere weil das letzte Training schlechter gelaufen ist als erwartet. Wir drei Starter werden von der Sonderleitung, Helfern und der Richterin herzlich begrüßt und brechen dann gemeinsam ins Gelände auf.  
Wir beginnen mit der Suche. Etwas im Hang gelegen starten wir auf einem Waldweg. Vor uns liegt ein breiterer, gut bewachsender Graben. Auf der anderen Seite endet das Suchengebiet ebenfalls an einem Waldweg, ein Dummy kann ich auf der gegenüberliegenden Seite im Hang liegen sehen, weitere Dummys sehe ich nicht. 5 Stück liegen im Gebiet, der Wind kommt von rechts, sodass ich mich entscheide, meinen Startpunkt etwas weiter links zu wählen. Weil ich Sorge habe, dass Boots auf der anderen Seite aus dem Suchengebiet rausschießt und viel zu groß anfängt, schicke ich ihn mit einer sanften Handbewegung los. Wie nervös ich tatsächlich bin merke ich, als Boots das Dummy schneller als sonst abgibt. Nachdem wir drei Dummies gearbeitet haben, darf ich den Hund erleichtert anleinen.
Als zweite Aufgabe steht der Walk up an. Alle drei Teams stellen sich in einer Line auf. Rechts steht Starnummer eins, ganz links wir, Startnummer drei. Wir stehen auf einer Wiese, rechts begrenzt von einem Waldweg links von Bäumen. In Blickrichtung steht ein Werfer. Jeder von uns wird eine Markierung aus dem Walk up geworfen bekommen. Gearbeitet wird jeweils von der rechten Position, sodass wir nach jedem Apport eine Position aufrücken und uns immer weiter nach vorne bewegen. Nachdem alle abgeleint haben, starten wir auf das Kommando „Walk on!“. Die Line, die sich an der Geschwindigkeit der Richterin orientiert, geht langsam voran, der erste Schuss fällt und das Dummy wird geworfen. Auf Freigabe darf der erste Hund sein Dummy apportieren, die anderen beiden sitzen ruhig und konzentriert neben ihren Hundeführern. Nach der Abgabe rücken wir einen Platz nach rechts und die Starterin mit der Startnummer eins rückt ganz nach links auf. Nun ist der zweite Hund und dann wir an der Reihe. Als ich dran bin habe ich noch weichere Knie als zuvor. Ich hatte mir vorgenommen, alle drei Hunde bei der Arbeit genau zu beobachten, denn ich finde es sehr spannend zu sehen, wie die Hunde mit dem Wind arbeiten. Leider kriege ich recht wenig mit,weil ich viel zu nervös bin.  
Ein Stück weiter auf der Wiese wird nun der Startpunkt für das Blind festgelegt und wir verstecken uns etwas abseits, damit der Helfer unbemerkt das Dummy auslegen kann. Die Hunde sollen auch
nicht sehen können in welche Richtung der Helfer sich wegbewegt. Die Wiese läuft zum Ende hin etwas schmaler zu. Die Baumreihe links schließt sich Richtung Weg. Der Wind kommt schräg von links, sodass der Hund gut Wind bekommen wird wenn er auf den angezeigten letzten Baum in der Reihe geschickt wird und an diesem rechts vorbei läuft. Boots läuft los, jedoch nicht weit genug, weil er irgendwas in die Nase bekommt und schwenkt leicht nach links, daher stoppe ich ihn und schicke ihn mit dem rechten Arm „back“. Als ich von der Perspektive her denke, dass er in Höhe des Baumes angekommen ist, gebe ich den Stopppfiff, direkt gefolgt vom Suchenpfiff und erkenne sofort, dass er Wind bekommen haben muss. Er läuft leicht nach links; da die Stelle unter dem Baum wohl etwas tiefer liegt. Aufgrund des Geländes verliere ich ihn kurz aus den Augen, da erscheint er schon wieder mit dem Dummy im Fang, worüber ich mich sehr freue. Der Rückweg kommt mir endlos vor, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass hier nichts mehr schief gehen wird. Nun sind schon drei Aufgaben geschafft.
 
Die letzte Aufgabe, das Doppelmark am Wasser, findet in einem anderen Gelände statt, welches wir fußläufig erreichen. Auf dem Weg dorthin haben die Hunde nochmal die Gelegenheit sich zu lösen und wir drei Teilnehmerinnen nochmal kurz Zeit uns etwas zu sammeln. Während der erste Hund startet stellen wir uns etwas weiter entfernt außer Sicht. Ich selbst habe zwar den Schuss, aber das Wassermark kaum hören können. Das Pfeifen meiner Mitstarterin, die hier wohl leider den Hund etwas einweisen musste, beunruhigt mich etwas. Oh je. Nun sind wir an der Reihe. Links von uns ist ein kleinerer Teich, auf der anderen Seite des Ufers die Straße. Der Einstieg sieht ok aus. Wir stehen etwas erhöht, sodass wir die Wasseroberfläche gut sehen können. Auf den Schuss fällt das Mark ins Wasser, Platsch. Ich drehe mich leicht nach rechts, weil hier nun die andere Markierung fallen wird. Der Werfer ist für mich halbwegs zu erkennen, er wird vom Laub der Bäume verdeckt. Das Mark wird auf die andere Seite des Weges geworfen. Aus meiner Perspektive ist die Flugbahn kaum zu sehen, weil diese von den herabhängenden Blättern der Bäume verdeckt wird, jedoch kann ich die Stelle im Hang, auf der das Dummy auftrifft, gut sehen. Also weiß ich schonmal genau, wo das Dummy liegt. Ich glaube Boots kann von seinem niedriger liegenden Blickwinkel die Flugbahn etwas besser sehen, sicher bin ich jedoch nicht. Was ich aber bemerke ist, dass er sowohl die Landestelle als auch das Geräusch des Auftreffens auf dem Boden genau mitgekommen hat. Auf Freigabe schicke ich ihn und bin mir sicher, dass er dieses auf den Punkt holen wird. Nun wird mir bewusst, dass wir nur noch ein Dummy entfernt sind vom Bestehen der Prüfung – puh. Ich drehe mich zurück zum Wasser und schicke ihn nochmal los. Am Ufer sehe ich, dass er das Dummy im Wasser liegen sieht und ebenfalls schnurgerade darauf zu schwimmt. Er hat es, dreht um und schwimmt zurück – hoffentlich klappt alles…. Und wenige Sekunden später halte ich das nasse Dummy glücklich und zufrieden in meinen Händen. Geschafft. Juchuu!
 
Wir drei Starter gratulieren uns gegenseitig und fallen uns erleichtert in die Arme. Ich kann es kaum glauben, dass ich dank der letzten perfekt gelösten Wasseraufgabe den Suchensieg bekomme und bin mehr als glücklich, dass ich mich doch dazu aufraffen konnte, die Prüfung zu melden.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die solche Tage möglich machen, Sonderleitung Richter und Helfer – ohne die eine Prüfung nicht möglich wäre. Es ist nicht selbstverständlich sich Zeit für andere zu nehmen, sei es nun für die Vorbereitungen am Schreibtisch oder den ganzen Tag draußen bei Wind und Wetter.